Donnerstag, 22. September 2016

Warum die USA den Waffenstillstand verhindern

Es gibt eine ganze Reihe von Theorien, warum die USA mit ihren Verbündeten einen "versehentlichen" Luftangriff auf syrische Truppen flogen. Die interessanteste kommt von Finian Cunningham, veröffentlicht im 20.09. in Strategic Culture. Aber ich will sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn Cunningham hatte in seinem Artikel noch nicht den Angriff auf einen Hilfskonvoi der Vereinten Nationen berücksichtigt. Doch zunächst was Cunningham schreibt :


"...Es gibt verschiedene vernünftige Gründe zu schließen, dass der von den USA angeführte Luftangriff auf die syrische Armee Basis in der Nähe von Deir Ezzor am letzten Wochenende, ein absichtlicher mörderischer Sabotageakt war. Ein kaum zu widerlegender Grund ist die Tatsache, dass der Pentagon und die CIA wussten, dass sie agieren mussten, um den Waffenstillstandsplan zu kippen, der vom Außenminister John Kerry und dem russischen Außenminister Sergei Lawrow ausgehandelt worden war.

Der Zwang, den wackeligen Waffenstillstand zu Fall zu bringen beruhte auf der Tatsache, dass er die systematische Einflussnahme der USA auf den terroristischen Stellvertreterkrieg in Syrien ans Licht gebracht hätte.
Nicht nur das, sondern ein versuchsweise eingeführter Waffenstillstand entlarvte auch die Elemente innerhalb der USA, die den Krieg voran trieben. Der US-Verteidigungsminister Asthon Carter, Chef des Pentagon, hatte wiederholt mit Zähnen und Klauen gegen Obamas Chef-Diplomaten, John Kerry gekämpft, während letzterer versucht hatte, den Waffenstillstandsplan mit Russlands Lawrow, an den vorhergehenden Wochenenden seit 9. September in Genf, zum Abschluss zu bringen.

Während Sergei Lawrow und die Medienvertreter mehrere Stunden auf Kerry warteten, den Vertrag abschließend zu unterschreiben, so wurde der amerikanische Außenminister durch intensive Verhandlungen in Konferenztelefonaten mit Carter und anderen Militärchefs in Washington davon abgehalten. Selbst Tage vor Kerrys diplomatischer Wende in Genf, urteilte Carter verunglimpfend über irgendeinen aussichtsreichen Deal mit Russland zu einem syrischen Waffenstillstand.

Es ist bekannt und dokumentiert, dass sowohl das Pentagon als auch die CIA verdeckte Programme laufen haben, mit denen regierungsfeindliche Militante in Syrien seit dem Beginn des Krieges im März 2011 mit Bewaffnung und Training unterstützt werden. Offiziell behauptet Washington nur die "moderate überprüfte Opposition" zu unterstützen.

Jedoch weisen manchmal westliche Medienberichte auf tiefere, dunkle Verbindungen zwischen dem US-Militär und Terroristengruppen, so wie berichtet wurde, dass amerikanische Waffen "irrtümlich" ihren Weg in die Hände von Netzwerken der dschihadistischen Extremisten finden. ...."

Was Cunningham schreibt, deckt sich mit den Beobachtungen, die Tim Anderson in seinem Buch "Der schmutzige Krieg gegen Syrien" schon Anfang des Jahres gemacht hat:

"... Mitte 2014 begann ISIS, US-Waffen zu erobern, aber dies wurde als Un-fähigkeit von Teilen der irakischen Armee heruntergespielt (Sharma und Nestel 2014). Jedoch wurden schon kurz darauf US-Waffenabwürfe von den Soldaten der ISIS am Boden ’beschlagnahmt‘. War auch das Inkompetenz der USA oder gar Planung durch die USA?
  • Wie in irakischen und iranischen Medien berichtet wurde, erklärte der irakische Parlamentsabgeordnete Majid al-Ghraoui im Januar, dass „ein amerikanisches Flugzeug Waffenladungen und Ausrüstung für ISIS-Milizen in dem Gebiet von Al-Dour in der Provinz Salahuddin abgeworfen hat“ (Sarhan 2015).Photos kamen in Umlauf, die ISIS beim Einsammeln der Waffen zeigen. Die USA gaben die Über-nahme ihrer Waffen zu, erklärten aber, dass es sich um ein ‚Versehen‘ gehandelt habe (MacAskill und Chulov 2014).
  • Dann sagte der irakische Parlamentsabgeordnete Hakem al-Zameli, dass die irakische Armee zwei britische Flug-zeuge abgeschossen hätte, die Waffen für die ISIS in die al-Anbar Provinz transportierte. Wieder wurden Fotos der abgestürzten Flugzeuge veröffentlicht. „Wir haben in den von ISIS befreiten Gebieten in der Region Al-Baqdadi Waf-fen entdeckt, die in den USA, in europäischen Ländern und In Israel produziert wurden“ sagte al-Zameli (FNA 2015a).
  • Die Webseite Al-Ahad-Nachrichten zitierte den Vorsitzenden des Provinzrates von Al-Anbar, Khalaf Tarmouz, der sagte, dass ein US-Flugzeug in der Provinz Salahuddin ISIL Waffen und Munition geliefert hätte (FNA 2015b).
  • Auch im Februar erklärte eine irakische Miliz mit dem Na-men Al-Hashad Al-Shabi, dass sie einen US-Hubschrauber abgeschossen hätte, der Waffen für die ISIL in den westli-chen Teil der Al-Baqdadi Region in der Al-Anbar Provinz transportierte. Wieder wurden Fotos veröffentlicht (FNA 2015a).
  • Kurz darauf wird berichtet, dass irakische Anti-Terror-Einheiten „vier Ausländer verhafteten, die von den ISIL-Kämpfern als militärische Berater angestellt waren“, von denen drei Amerikaner und einer Israeli waren (Adl 2015).
  • Israels Verbindungen zu ISIS scheinen weit über ihre Grenzbereiche hinauszugehen. Ende 2015 wurde dem Vernehmen nach der israelische Oberst Yusi Oulen Shahak zusammen mit einer Gruppe der ISIS im Irak verhaftet. Die mit der irakischen Regierung verbundene Miliz sagte, dass Shahak, ein Oberst der Golani Brigade, „an terroristischen Operationen der Takfiri ISIL-Gruppe teilgenommen hatte“ (FNA 2015c).
  • Sechs hohe irakische Beamte wurden zitiert, die detailliert US-Waffen und Geheimdienstunterstützung für die ISIS auflisteten.
  • Gefangen genommene ISIS-Kämpfer sagten aus, dass die USA ‚Geheimdienstinformationen über die Positionen und Ziele  der irakischen Streitkräfte zur Verfügung gestellt hat-ten (FNA 2015d).
Die westlichen Medien machten eine weiten Bogen um diese Berichte, denn sie waren sehr schädlich für Washingtons ‚existentiellen Mythos‘ eines ‚Krieges gegen ISIS‘. Gewiss jedoch helfen die Berichte zu erklären, warum Bagdad dem US-Militär misstraut.

Einer der Hauptkollaborateure der USA in Libyen beim Sturz von Gaddafi erklärte sich 2015 zum Oberhaupt des ‚Islamischen Staates‘ in Nordafrika (Sputnik 2015a). Abdel Hakim Belhaj war über mehrere Jahre in US-Gefängnissen festgehalten worden, dann an Libyens Gaddafi ’überstellt‘, wo er wegen terroristischer Akte gesucht wurde. Als ehemaliger Kopf der mit Al-Kaida verbundenen ‚Libyan Islamic Fighting Group‘, dann der in Tripolis ansässigen Gruppe ‚Libysche Dämmerung‘, war Belhaj in der Vergangenheit von Washington verteidigt worden und wurde von dem US-Kongressabgeordneten John McCain und Lindsey Graham gepriesen (Sputnik 2015a).


Die Beweislage für die verdeckte Beziehung zwischen Washington und ISIS ist erheblich und hilft zu erklären, was Syriens stellvertretender Au-ßenminister Faysal Mikdad den ‚kosmetischen Krieg‘ Washingtons gegen ISIS nannte (SANA 2015).


Die Terroristengruppe war von den kurdischen Gebieten im Norden des Irak weggetrieben worden, aber es wurde ihnen freie Tätigkeit im östlichen Syrien ermöglicht, um dort gegen die syrische Armee zu kämpfen (Fadel 2015b). Die Extremistengruppe wird als Rechtfertigung für die Anwesenheit von US-Truppen in der Region benutzt, was sowohl den Irak als auch Syrien schwächt. Jedoch war der ‚Krieg‘ der USA und der ‚Koalition‘ gegen ISIS höchst ineffektiv. Studien aus ‚Jane’s Terrorism and Insurgent Database‘ zeigten, dass die ISIS-Angriffe und Morde im Irak in den Mona-ten anstiegen, nachdem die US-Luftangriffe begannen (Lestch 2014).


Die Hauptlast des Bodenkampfes wurde von der syrischen Armee und ihren Verbündeten und den irakischen Streitkräften, mit Unterstützung durch den Iran getragen (Lister 2015).


All dies wurde pervers verdreht in westlichen Medien dargestellt. Die gleichen Medien, die ausführlich berichteten (ja regelrecht zelebrierten), wie die ISIS syrische Soldaten tötete, haben auch behauptet, dass die syrische Armee dem Kampf gegen ISIS aus dem Weg geht oder ‚sie nicht richtig bekämpft‘ (Richter 2014; Vinograd und Omar 2014). Diese angebliche Unwilligkeit war Teil der Rechtfertigung der USA, auch innerhalb von Syrien zu bombardieren - ein weiterer verlogener Vorwand. Während es natürlich stimmt, dass die syrischen Prioritäten auf dem dicht besiedelten Westen des Landes liegen, machen doch viele Medienberichte klar, dass schon vor den Luftangriffen der russischen Luftwaffe im Oktober 2015 die Syrische Arabische Armee die Hauptstreitmacht im Kampf gegen ISIS war (YNet 2014; al Arabiya 2014; Reuters 2015). Und sie erlitt auch die schlimmsten Todesopfer durch die Terrorgruppe (Webb 2014). Wenn es darum geht, ISIS aus dem Weg zu gehen, ist die Sachlage genau umgekehrt.
 
Die Beweise zeigen uns, dass Washingtons fehlender Wille, gegen ISIS zu kämpfen, der Tatsache geschuldet ist, dass diese Terrorgruppe ein zentrales Werkzeug im Kampf gegen die syrische Regierung bleibt. Dies erklärt auch die Weigerung der USA, sich mit der Syrischen Arabischen Armee im Kampf gegen ISIS abzustimmen (King 2015).
Das wiederum steht in Übereinstimmung mit dem zentralen aufrechterhaltenen Ziel eines ‚Regimewechsels‘ in Damaskus, oder, sollte das nicht funktionieren, der Zerstückelung des Landes. Ein solches Ziel war von den USA und anderen auf der Konferenz von Wien zurückgewiesen worden (Daily Star 2015); aber die Vorgehensweise der USA spricht eine deutlichere Sprache als ihre Verlautbarungen.

Die Widersprüche in der US-Position - der Behauptung, gegen ISIS zu kämpfen, während die Gruppe insgeheim unterstützt wird - wurden offenbar, als Ende September 2015 Russland sich für eine Luftunterstützung für Syriens Armee gegen die Terroristengruppen entschied. Als die USA sich weigerten, mit Russland zu kooperieren, wechselten Washingtons Medien und ihre heftig applaudierenden Nichtregierungsorganisationen sofort von ihrem Motto, dass die syrische Regierung ‚Zivilisten tötet‘, hinüber zu: ‚Russland tötet Zivilisten‘. Das hatte aber wenig Einfluss auf den Ausgang.

Zum Zeitpunkt da dieses Buch geschrieben wurde, zogen sich ISIS und die anderen Gruppen zurück, befreite die Arabische Syrische Armee mit der mächtigen russischen Luftunterstützung immer mehr Gebiete, die für einige Zeit besetzt waren (AFP 2015).

Eine engere Kooperation zwischen Russland, dem Iran, dem Irak, Syrien und der libanesischen Hisbollah bedroht ernsthaft die US-Dominanz in der Region.

In der kürzlich erfolgten Offensive des irakischen Militärs gegen die von ISIS gehaltenen Stadt Tikrit erwies sich das iranische Militär zunehmend als der Hauptpartner des Irak. Washington wurde zur Seite geschoben, was in den US-Medien zu Bestürzung führte . Es wurde berichtet, dass General Qasem Suleimani, Kopf der iranischen ‚Quds Force‘ die treibende Kraft hinter der Tikrit-Operation war (Rosen 2015).

Nicht weniger wichtig unter den neuen Entwicklungen war die Gründung eines Geheimdienstzentrums in Bagdad, das von Russland, Syrien, dem Irak und dem Iran sowie der Hisbollah (4+1) gemeinsam betrieben wird. Das signalisiert einen neuen Grad der Unabhängigkeit der Regierung in Bagdad, die lange als Marionette Washingtons angesehen wurde (Boyer und Scarborough 2015).


Dieses Kapitel hat ausreichend Beweise präsentiert, die folgende Schluss-folgerungen mit Sicherheit zulassen:

  1. hatte Washington eine blutige Welle von Regimewechseln im Mittleren Osten zu ihrem Vorteil geplant. Dabei benutzte die USA ihre Verbündeten, wie z.B. Saudi-Arabien als reli-giös spaltende Kraft in dem Prozess einer ‚kreativen Zer-störung‘.
  2. finanzierten und bewaffneten die USA eine Reihe von so genannten ‚moderaten‘ Terroristengruppen gegen den sou-veränen Staat Syrien, während ihre wichtigsten Verbünde-ten, Saudi-Arabien, Katar, Israel und die Türkei, jede mili-tante anti-syrische Gruppe  finanzierten, bewaffneten und mit Ausrüstung und medizinischer Versorgung unterstützten, unabhängig davon, ob sie ‚moderat‘ oder extremistisch war.
  3. werden Dschihadisten für Jabhat al Nusra und ISIS in vielen Ländern aktiv rekrutiert, was darauf hindeutet, dass der Aufstieg dieser Gruppen nicht einfach ein antiwestliches ‚sunnitisches‘ Aufbegehren in der Region ist.
  4. hatte das NATO-Mitglied Türkei eine Funktion als ‚offene Transitzone‘ für jeden Typ von Terroristengruppe, die nach Syrien eindringt.
  5. gibt es die Aussagen einer signifikanten Anzahl von hoch-gestellten irakischen Beamten, dass die USA Waffen direkt an ISIS geliefert haben.
  6. ist der ‚Krieg‘ der USA gegen ISIS ineffektiv, oder höchs-tens selektiv wirksam, und bestätigt die Ansicht des Iraks und Syriens, dass es eine kontrollierende Beziehung gibt.
Zusammenfassend können wir festhalten, dass die USA eine kommandierende Beziehung mit allen anti-syrischen Terroristengruppen aufgebaut hat, darunter al-Nusra und ISIS, entweder direkt, oder durch ihre engen regionalen Verbündeten Saudi-Arabien, Katar, Israel und die Türkei. Washington hat versucht, ein doppeltes Spiel in Syrien und dem Irak zu spielen, indem sie ihre alte Doktrin der ‚Glaubhaften Abstreitbarkeit ‘ benutzte, um die Fiktion eines ‚Krieges gegen den Terror‘ so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. ...."
Zurück zu Cunningham:
"... Es ist denkbar, dass das diplomatische Corps der Obama Regierung, einschließlich Präsident Barack Obama und sein Auslandsvertreter John Kerry, über das volle Ausmaß des schmutzigen Krieges der USA in Syrien, und den systematischen Verbindungen zu terroristischen Brigaden, im Dunkeln gelassen wurden. Vielleicht ist der Obama Flügel leichtgläubig und korrupt genug, Washingtons Propaganda einer Trennung von "moderaten Rebellen" und "Terroristen" zu glauben.

Vielleicht, als Kerry mit dem Waffenstillstandsabkommen mit Lawrow in Genf vom 9. September dazu aufrief, dass die von den USA unterstützten "moderaten Rebellen" sich von den Terrorgruppen trennen müssten, war dies aus der naiven Annahme heraus, dass eine solche Unterscheidung möglich wäre. Wie sonst könnte man einen solchen aussichtslosen Aufruf werten?

Nicht so naiv natürlich waren der Pentagon und die CIA. Die Kriegstreiber eines verdeckten Krieges im Pentagon und Langley kennen die abscheuliche Wahrheit schon immer. Nämlich dass alle militanten Gruppen in Syrien in eine terroristische Front integriert sind, wenn auch unter dem Deckmantel verschiedener überflüssiger Namen und scheinbar unterschiedlichen Verpflichtungserklärungen zur Al-Kaida wahhabitischen Ideologie. Die Kriegsherren wissen, dass Washington ein Unterstützer dieser Terroristenfront ist, gemeinsam mit seinen Verbündeten in der NATO und den arabischen Alliierten.

Jeder, der etwas über den Ursprung von Al-Kaida und der Urheberschaft der CIA in Afghanistan während der 1980er Jahre weiß, wäre nicht im geringsten überrascht über eine solche systematische [Unterstützung des Terrorismus] durch die Amerikaner im syrischen Konflikt.

Dieser Blickwinkel erklärt glaubwürdig, warum Carter und das US-Militär im generellen, auffallend deutliche Einwände gegen Kerrys Waffenstillstandsplan mit Russland hatten. Sie wussten, dass der Waffenstillstand nicht nur unmöglich war wegen der systematischen Verbindungen zwischen den USA und den Terrorgruppen, sondern auch, dass ein nicht funktionierender Waffenstillstand darüber hinaus diese systematischen Verbindungen aufdecken würde, und einer größeren Öffentlichkeit der amerikanischen Komplizenschaft im syrischen Krieg offenbaren würde.

Und, wie ich ausführte, waren die Befürchtungen des Pentagon und der CIA Terroristenunterstützer durchaus begründet. Innerhalb von Tagen nach dem Beginn des Kerry-Lawrow Waffenstillstands am 12. September, war Folgendes nicht zu leugnen:

Es gab keine Trennung von "Moderaten" und "Terroristen". Alle militante Truppen fuhren damit fort, den nur dem Namen nach existierenden Waffenstillstand zu verletzen, sowohl auf dem Schlachtfeld im nördlichen Aleppo als auch an anderen Stellen überall in Syrien.

Die US- und anderen westlichen Medien begannen über das "syrische Regime" zu faseln, und seinen russischen Verbündeten, die keine humanitäre Hilfe für die von Aufständischen gehaltenen Gebiete im östlichen Aleppo zulassen würden. Aber diese rhetorische Spielerei konnte nicht verschleiern, dass der Waffenstillstand von allen militanten Gruppen gebrochen wurde, was der eigentliche Grund war, warum die Hilfskonvois nicht nach Aleppo vorrücken konnten. Ein weiterer Faktor, der von den westlichen Medien herunter gespielt wurde, war die Tatsache, dass die türkische Regierung sich weigerte, sich über die Route der humanitären UNO-LKWs von der türkischen Grenze nach Aleppo abzustimmen. Berücksichtigt man den dokumentierten Missbrauch von "humanitärer Hilfe" als Vorwand für die Lieferung von Waffen an Aufständische, ist die Wachsamkeit in Damaskus verständlich.   ...
KRIEGSVERBRECHEN DER USA VERFOLGEN
Der ins Schwimmen geratene Waffenstillstand verschaft einer vor sich hin siechenden Welt die Offenbarung von US-amerikanischer Terror-Komplizenschaft in Syrien. Die USA lügen, sie würden "moderate" Rebellen unterstützen, die gegen die "Terroristen" kämpfen würden, was sich ein für alle Male als eine zynische Irreführung gezeigt hat. Offenbar behaupten die USA, eine "legitime" Opposition zu unterstützen, die jetzt zu erkennen ist, was sie wirklich ist, ein vollkommener Betrug. Das führt sogar zu der noch schlimmeren Schlussfolgerung, dass die US-Regierung ein Sponsor einer terroristischen Proxy-Armee ist, um ihre kriminellen Ziele eines Regime Changes in diesem Land zu realisieren. Zumindest in Theorie ermöglicht diese Enthüllung die rechtliche Verfolgung Washingtons und seiner Verbündeten wegen Kriegsverbrechen gegen den Staat Syrien.

Unter Berücksichtigung der großen Wichtigkeit für das Ansehen Amerikas in der Welt, die der Waffenstillstand droht in Gefahr zu bringen, ist es angemessen anzunehmen, dass eine Entscheidung im Pentagon gefällt wurde, ihn zu sabotieren. Deshalb haben am 17. September amerikanische, britische und australische Kampfflugzeuge Stellungen der Syrisch Arabischen Armee Elite in der Nähe von Deir Ezzor, im östlichen Syrien angegriffen, und über 60 [82] getötet und weitere 100 verletzt.
Die USA, Großbritannien und Australien haben seitdem behauptet, dass es ein Unfall gewesen wäre, und dass ihre Flugzeuge beabsichtigt hatten, Daesh-Militante in dem Gebiet anzugreifen. Die von den USA geführte Koalition behauptet, dass sie eine Untersuchung anstrengen würde. Wie so viele Male vorher, ebenso wie bei dem verheerenden US-Luftangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kunduz, das mehr als 30 Menschen im letzten Jahr tötete, können wir eine Vertuschung erwarten.

Noch einmal kurz einige Fakten, warum die Behauptung der US-Koalition eines Irrtums in Frage gestellt werden müssen:

  • Warum starteten die Daesh-Militanten weniger als 10 Minuten nach dem Angriff der F16 und A-10 einen Angriff auf die Stellungen Syriens? Das lässt auf eine Koordination zwischen den alliierten Kräften und den Terroristen vor Ort schließen.
  • Zweitens mangelt die Aussage an Glaubwürdigkeit, dass eine so weit entwickelte Luftmacht und Überwachung versehentlich eine Armeebasis und eine damit verbundene Landebahn aus Versehen angreifen und hunderte von regulären Soldaten für eine bunt gemischte Guerilla Einheit halten.
  • Drittens, wie russische Quellen aus dem Militär betonen, hatte die US-Koalition während der letzten 2 Jahre in dem Gebiet keine Lufteinsätze geflogen. Von der Syrischen Armee war bekannt, dass sie vor kurzem eine erfolgreiche Kampagne gegen Daesh rund um Deir Ezzor ausgeführt hat, wie die Syrische und Russische Regierungen nach dem Luftangriff schnell betonten. Dies stimmt überein mit der weitergehenden Analyse, warum und wie der gesamte syrische Krieg durch Washington für einen Regime Change entwickelt wird.
  • Aber der vielleicht aussage-kräftigste Faktor festzustellen, dass die USA und ihre Alliierten das Massaker in Deir Ezzor absichtlich ausgeführt hatten, ist das vorangehende Argument, dass das Pentagon und die CIA Kriegsplaner wussten, dass ein scheiternder Waffenstillstand ihre Terror Tentakel in Syrien entblößen würden. Und diese Charade würde mit Sicherheit explodieren, wenn es zu vereinigten russisch-amerikanischen Operationen gegen Daesh kommen würde, wie sie vom Kerry-Lawrow-Plan vorgesehen war.
Deshalb musste notwendigerweise etwas getan werden. Der unhandliche, Unbehagen verursachende Waffenstillstand musste zum Scheitern gebracht werden. Und so entschloss sich das Pentagon, in Deir Ezzor "einen Fehler" zu machen, mit dem das minimale bestehende Vertrauen zwischen Russland und den USA vernichtet wird, der gegenseitige Anschuldigungen auslöst, und ein Anstieg der Waffenstillstandsverletzungen.

Die amerikanischen und anderen westlichen Medien berichten in der üblichen servilen Form um die Vertuschung zu unterstützen. Das Massaker von Deir Ezzor wurde weitgehend als Nachrichtenmeldung ignoriert, dagegen wurde einer relativ unwichtigen Bombenmeldung in New York City, bei dem niemand starb, der Vorrang gegeben. Oder wenn die Medien berichteten, besonders die aus den USA, so akzeptierten sie ohne jede Frage das Narrativ, dass es ein Unfall gewesen wäre. CNN wies auch die Behauptungen der syrischen Regierung, dass es der Beweis für die Zusammenarbeit mit Terroristen wäre, als "absurd" zurück. Eine Behauptung, die ansonsten ziemlich logisch erscheint. ...."
 DER ZWEITE SCHLAG
Noch perfider ist dann die folgende Behandlung des Überfalls durch Terroristen auf einen Humanitären Konvoi. Sieht man die beiden Ereignisse zusammen, erkennt man, wie intensiv die Koordination zwischen den Kriegstreibern in den USA und Terroristen am Boden gewesen sein muss.

Während das Massaker von Deir Ezzor kaum gewürdigt wurde , brachte ein anderes Ereignis, das kurz darauf stattfand, die westliche Medienwelt und die westlichen Regierungen in helle Aufruhr.

Ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen wurde in einem von Terroristen kontrollierten Gebiet, angeblich von russischen oder syrischen Flugzeugen angegriffen, behaupteten "Aktivisten" die mit den Terroristen bekannterweise kooperierten. Und ohne jede Nachprüfung, insbesondere nicht vor Ort, oder auch nur der Bilder und Videos, wurde behauptet, es könnten nur russische oder syrische Flugzeuge gewesen sein. Dann irritierten die Terroristen damit zu behaupten, es wären Hubschrauber gewesen die die bekannten Fassbomben abgeworfen hätten, während kurz davor angeblich ganz deutliche Jets zu hören gewesen waren, die geschossen haben sollen. Die UNO, alle westlichen Staaten, und auch die deutsche Pressekonferenz war sich einig: Russland oder Syrien.

Dann wurde langsam aus den Bildern und den Videos der Terroristen klar, dass es gar keinen Luftangriff gegeben hatte, und stillschweigend zog man die Behauptung zurück, schob aber weiterhin die Schuld "Assad" zu, obwohl es vollkommen unhaltbar war, einen Angriff am Boden in der Mitte der von Terroristen gehaltenen Gebiete, anzunehmen.

Dabei wäre ein Scheitern der Hilfslieferung und des Waffenstillstandes für Syrien und Russland denkbar undankbar und daher unlogisch anzunehmen, der Angriff wäre von ihnen ausgegangen. Viel mehr sind eine große Anzahl False-Flag Angriffe der Terroristen bekannt, die immer wieder entlarvt wurden, und trotzdem hatte man sofort und ohne zu zögern deren Quellen als glaubhaft übernommen und weiter verbreitet.
Ich will an dieser Stelle den Ex-General Kujat, einer der auch international anerkanntesten westlichen Militärexperten zitieren:
"... Derzeit wird nicht nur ein Krieg mit Waffen, sondern auch mit Worten geführt. In Washington stößt die von Außenminister Kerry mit Russland vereinbarte Kooperation in Syrien offenbar nicht auf allgemeine Zustimmung. Es hat den Anschein, dass der Kreml deshalb für den Angriff auf den Hilfskonvoi verantwortlich gemacht wird, obwohl es dafür bisher keine konkreten Beweise gibt...."
In dieser vorsichtigen Äußerung steckt die Unterstützung für die These von Cunningham und darüber hinaus die Verbindung des Luftangriffes der USA mit dem Bodenangriff der Terroristen gegen den Hilfskonvoi. Aber genau eine solch vorsichtige Herangehensweise würde man von ernsthaften Journalisten erwarten.

In diesem Krieg gegen Syrien sind die westlichen Medien ganz klar zur Kriegspartei geworden.


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